Innendesign

Inzwischen ist klar, wie das Innere des Serviced Apartment Hotels dereinst aussehen soll. Als Kompass dient dabei der Leitsatz: «Vom Groben ins Feine.», «Je privater der Bereich, desto feinere Materialien kommen zum Einsatz».

Auf seinem Weg von der Strasse hinauf auf sein Zimmer durchläuft der Gast verschiedene Stationen, die in ihrer Ästhetik dem Grad der Zurückgezogenheit der Räumlichkeit entsprechen. In der Lobby etwa dem öffentlichsten Bereich des Hotels – dominieren rohe Materialien: aus Sichtbeton gegossene Wände und Böden, an der Decke offene Leitungen und unverkleidete Leuchtstoffröhren, nur leicht strukturiert durch Elemente aus Streckmetall. Der Bartresen wird aus rohem Stahl gefertigt werden. Garagenatmosphäre wird aber trotzdem nicht aufkommen, dafür sorgen nicht zuletzt die grossen, holzgerahmten Fenster hin zur Strasse. Auch weiter im Inneren, im Treppenhaus sowie auf den Fluren, prägen kühle Materialien das Bild: Geländer aus Rohstahl, ungestrichene Wände, verputzt nur mit Gips. Lediglich die Zimmertüren aus Eichenholz geben bereits einen Vorgeschmack auf die nächste, intimere Stufe. In den Zimmern verströmen Böden und Fenster aus Holz eine gewisse Wärme. Auch die Wände werden hier verputzt und gestrichen. Der privateste Ort eines Hotels ist die Nasszelle, dort werden nur die feinsten Materialien für Wohlfühlatmosphäre sorgen: Naturstein, Chromstahl, Glas. Aber ganz unabhängig davon, welche Stoffe wo verarbeitet werden, ihre Charakter sollen möglichst unverfälscht zur Geltung kommen. Wir wollen ehrlich bleiben mit den Materialien. Wenn eine Betonstütze zum Einsatz kommt, dann wird man sie auch sehen.

Keine Konkurrenz zwischen Architektur und Möblierung

Aussergewöhnliches verspricht auch die Möblierung. Das Set soll mit Perlen bespickt werden, mit Designstücken und Eye-Catchern werden Akzente gesetzt. Wir setzen experimentelle und einzigartige Stücke ein, gerne auch modern und futuristisch. Ein spannender Mix. Zum Zuge kommen sollen auch junge Schweizer Designer. Bei aller gewollten Extravaganz sollen die Möbelstücke fein und leicht wirken und damit einen Kontrast zum baulichen Konzept bieten –  ohne jedoch in Konkurrenz zur Architektur zu treten. Als dritte Designebene neben Architektur und Möblierung wird das «Set», ähnlich wie nebenan der «Teufelhof», einen Kunst-Schwerpunkt erhalten. Raphael Wyniger spricht von einem «Urban-Art-Ansatz» oder von «Kunst am Bau». Für die Umsetzung suchen wir aktuell noch nach jungen Künstlern. Wir wollen Ihnen die Chance geben, etwas Einzigartiges zu realisieren.  Einzelne grosse und prägnante Flächen, zum Beispiel in der Lobby oder im Fitnessraum, sollen «aufsehenerregend und aussagekräftig» inszeniert werden. Junge, urbane Kunst soll es auch in den Zimmern geben. Aber analog zur Dramaturgie der Architektur gilt auch hier: zurückhaltender, verspielter.

30.08.2018

Bericht "HTR Hotelrevue" vom 09.08.2018 (416KB)